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Kaffeepause mit …

Stefan Haas, Creative Officer & Managing Partner WYDN

Stefan Haas, Creative Officer & Managing Partner, WYDN GmbH
Stefan Haas, Creative Officer & Managing Partner, WYDN GmbH
Stefan Haas war fünfzehn Jahre in der Agenturlandschaft unterwegs, bis er sich schließlich entschloss, selbst zu gründen - und das mitten in der Coronakrise.

Kannst du dich und deinen Werdegang kurz vorstellen?

Nach über 15 Jahren Agenturlandschaft (darunter 13,5 Jahre bei der explido/iProspect), war es kurz vor meinem 40. Geburtstag an der Zeit, beruflich noch einmal ein neues Kapitel aufzuschlagen und mich neu zu erfinden. Ich kann mich noch gut an mein Bewerbungsgespräch im Februar 2007 bei der damaligen noch firmierten explido erinnern. Im Gespräch war nicht klar, was man grundsätzlich mit einem Kreativen in einer Performance Agentur anstellen soll, war doch zu diesem Zeitpunkt die klare Unternehmensausrichtung auf Google Kampagnen ausgelegt. Durch die gegenseitige Sympathie hatte man dennoch zusammengefunden und den Schritt gewagt. Daraus entstand eine langjährige Zusammenarbeit und ein schneller Auf- und Ausbau des Kreativbereiches mit vielen großartigen Kollegen, Kunden und Projekten folgte.

Rückblickend bin ich besonders auf meine Teams und die Erfolge, die wir gemeinsam erarbeitet und feiern durften, stolz. Awards, Auszeichnungen und zahlreiche Speaker Arrangements wie bei der „Social Media Week“ in Hamburg, den „Digital Marketing Days“ in Berlin oder auch der „DMEXCO – Digital Marketing Expo & Conference“ usw. machten die Zeit außergewöhnlich und prägend für mich.

Nichtsdestotrotz war es im Frühjahr 2020 an der Zeit, den Schritt in die Selbständigkeit zu wagen und neue Wege zu gehen. Obwohl der Zeitpunkt durch den ersten Corona Lockdown zunächst ungünstig schien, war es rückblickend die richtige Entscheidung. Da parallel die WYDN GmbH durch die ehemaligen explido-Kollegen und -Gründungsväter mit gleichen Wertevorstellungen und Interessen gegründet wurde, hatte man kurzerhand beschlossen, künftig wieder gemeinsame Wege mit einem neuen und eigenen Startup zu gehen. Seither kümmere ich mich als Creative Officer und Managing Partner bei der WYDN GmbH um das Ideengut hinter eigenen Projekten wie Koffer24, FRAUBIER, GreenWeb, Augsburger Minuten, Living Chairs usw., aber auch um viele externe, deutschlandweite Kunden aus unterschiedlichen Branchen.

Wie trinkst du deinen Kaffee?

Gerührt und nicht geschüttelt, garniert mit einer Butterbreze.

Wer oder was inspiriert Dich?

Im Grunde inspiriert mich alles was mir täglich im beruflichen sowie privaten Umfeld über den Weg läuft. Das können beispielsweise Gespräche mit Freunden und Kollegen, Musik, Reisen, Filme wie „The Wolf of Wall Street“ aber auch der Einkauf am Wochenende sein. Ich würde mich daher als Content-Fetischisten bezeichnen, der wie ein Schwamm alles aufsaugt und zur gegebenen Zeit davon profitieren und daraus extrahieren kann.

Was ist ein Thema, das dich zurzeit fasziniert?

Die Bundestagswahl.
Klingt an dieser Stelle vielleicht komisch, ist aber so.
Es ist faszinierend, wie sich unsere Gesellschaft in den letzten Jahren, vor allem unter der Corona Pandemie, entwickelt hat. Ich bin sehr gespannt, welchen Einfluss nun die anstehende Wahl und die neue Regierung auf unser soziales Umfeld und den Arbeitsalltag bei all den anstehenden Herausforderungen einnehmen wird. Mein besonderes Augenmerk gilt zunächst den Wahlkampagnen, welche an Kreativität und Ideenreichtum teilweise kaum zu übertreffen sind. Beispiele werde ich an dieser Stelle nicht nennen, freue mich allerdings schon auf das nächste Wochenblatt.

Was hat dich dazu bewegt, selbst zu gründen?

Mein Onkel hat es vor kurzem wohl richtig zusammengefasst: die Selbständigkeit liegt uns Haasen wohl in den Genen. Auch wenn wir in der Familie unterschiedliche Wege in unterschiedlichen Branchen eingeschlagen haben, früher oder später waren alle ihr eigener Herr.

Letzten Endes war es sicher mein Umfeld, welches mich zu diesem Schritt inspiriert und ermutigt hat. An erster Stelle muss ich mich bei meiner Frau bedanken, die immer sehr geduldig, optimistisch und unterstützend an meiner Seite ist. Mir persönlich war es sehr wichtig, meine künftige Lebenszeit auf inspirierende und sinnvolle Projekte zu verwenden, auch unter der Prämisse, selbst und ständig zu arbeiten. Die Suche nach Ausgleich von der Arbeit erübrigt sich, da ich jeden Tag dem nachgehen kann, was mir Spaß und Erfüllung bringt. Wenn man es so möchte, steht meine Arbeit im Einklang mit dem Privatleben. #Work-Life-Balanc

Was sind deiner Erfahrung nach die Schattenseiten daran, eine eigene Agentur aufzubauen?

Steuern.
Die Aufwände und die damit verbundene unkreative Zeit, ist leider eine Schattenseite für mich.
Der Wechsel vom Arbeitnehmer zum Arbeitgeber war eine bewusste Entscheidung mit allen Risiken und Nebenwirkungen. Ich empfehle daher jedem, sich im Vorfeld ausgiebig und intensiv mit den zumindest für mich unangenehmen Seiten der Selbständigkeit auseinander zu setzen. Das fängt beim Business Plan an, geht über die Steuer und die Versicherungen bis hin zum Vertrieb.

Und was sind die besten Momente?

Frei, kreativ, flexibel und verrückt sein – egal wann und wo.

Für mich sind das die besten Voraussetzungen, um neue und innovative Ideen entwickeln zu können und damit das Beste für den Kunden aus den Projekten rauszuholen. Wenn dann noch das Umfeld und das Team stimmt, geht mir das Herz auf.

Was sind Entwicklungen aus der Marketingwelt, die man zurzeit nicht verpassen sollte?

Ist das der Teil, an dem Buzzword-Bingo gespielt wird?

Spaß bei Seite, mich beschäftigt seit längerem der digitale Anteil am Klimawandel. Vielen (wie mir auch), ist nicht bewusst, dass beim täglichen Surfen hohe Co2-Emissionen durch die Internetdienste entstehen. Wir sprechen alle von Nachhaltigkeit und ökologischen Fußabdrücken, googeln jedoch täglich mehrmals und oft sinnlos vor uns hin. Für jede Google Suchanfrage werden ca. 0,2 Gramm Co2 produziert. Monatlich bedeutet das weltweit, dass eine Glühbirne 4.500 Jahre lang leuchten könnte. Der enorme Stromverbrauch durch die täglich entstehenden Datenvolumen steigt erschreckend schnell und exponentiell an.

Neue, nachhaltige Konzepte und Ideen müssen her, um unser geliebtes Internet für die Zukunft Co2-neutral aufzustellen. Vom Suchverhalten bis zur eigenen Webseite kann jeder seinen Beitrag leisten.

Wie behält man sich auch im Alltag seine Kreativität?

Ich bemühe mich, das Leben nicht allzu ernst zu nehmen und mir eine spielerische Leichtigkeit zu behalten. In meiner Laufbahn durfte ich viele Kreativtechniken, gerade durch die Zusammenarbeit mit dem Art Directors Club Deutschland und Google, kennlernen und anwenden. Sicher gibt es sinnvolle Anwendungen und Herangehensweisen, die für viele funktionieren. Bei mir entstehen die kreativsten Ideen jedoch, wenn Zeit und Budget eine untergeordnete Rolle spielen.

Wenn du die Möglichkeit hättest, das nächste große Cover einer weltweit aufgelegten Zeitschrift zu entwerfen, was würdest du drauf machen?

Filmpremiere: David Hasselhoff in „Knight Rider Revival”
Auch wenn ich mich nicht als Nerd bezeichnen würde, war ich in den 80er-Jahren, wie viele andere auch, ein eingefleischter „Knight Rider“-Fan. Durch Zufall hatte ich vor Kurzem wieder eine alte Folge im TV entdeckt und muss eingestehen, ein echter Filmgenuss ist das heute nicht mehr, die Ideen hinter dem selbstfahrenden Auto jedoch visionär und heute beinahe Standard – wer hätte das damals gedacht. Mir ist bewusst, dass David Hasselhoff nicht wirklich für den Mauerfall verantwortlich war, aber sicherlich war er „looking for freedom“. Auch manch fragwürdige Auftritte hätte man sich sparen können – aber hey, welches Jugendidol war/ist schon ein perfektes Vorbild?

Ich sehe also auf dem Cover David Hasselhoff in „Knight Rider Revival“ und eventuell mich als Nebendarsteller im Hintergrund – vielleicht als Devon Miles.

Mit diesen für mich wünschenswerten Worten schließe ich und hoffe, dass man bei der ein oder andern Gelegenheit ins Gespräch und in den Austausch kommt, es würde mich sehr freuen – Mic Drop

 

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