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„Shroom-Boom“

Sind Psychedelics Hype oder nachhaltiger Trend?

Psychedelics: Hype oder nachhaltige Entwicklung?
Psychedelics, wie LSD, MDMA und Ketamin, sind für viele die neue Hoffnung zur Behandlung psychischer Krankheiten. Gründer:innen wie Investoren sind optimistisch.

Bisher waren sie vor allem als illegale Drogen bekannt: Stoffe wie LSD haben nach wie vor nicht den besten Ruf. Auch wenn sie, insbesondere in Kalifornien und dem Silicon Valley, gerade ein Comeback machen. Microdosing, also die regelmäßige Einnahme von kleinen Mengen psychedelischer Drogen, soll Kreativität und Produktivität fördern. Auch, dass dieser Wirkung der Stoffe höchstwahrscheinlich ein Placebo Effekt zugrunde liegt, tut ihrer Beliebtheit keinen Abbruch. Forscher:innen des Imperial College London führten eine Studie zu Microdosing durch, bei der Teilnehmer:innen zwar eine Steigerung des geistigen Wohlbefindens und der Kreativität verzeichneten – allerdings unabhängig davon, ob sie LSD, Psilcybin oder einen Placebo einnahmen.

Psychedelics als Behandlungsmöglichkeit

Vielversprechender ist der Psychedelics-Trend im Bereich der therapeutischen Anwendung, beispielsweise bei Depressionen, Angststörungen oder posttraumatischen Belastungsstörungen. Erste Studien  zeigen insbesondere bei „behandlungsresistenten“ Patient:innen, bei denen es nur wenige Behandlungsmöglichkeiten gibt oder diese bereits ausgeschöpft sind und keinen Erfolg gezeigt haben, vielversprechende Ergebnisse.

Der Markt wächst

Genau in dieser Sparte liegt die Hoffnung vieler Investoren und es fließt derzeit viel Geld in die Forschung. Vor allem aus dem Bereich Biotech. In Deutschland sind es Unternehmer wie Christoph Angermayer, die den Trend vorantreiben. Mit dem Biotech-Inkubator Atai Life Sciences hat Angermayer eine Forschungsplattform aufgebaut, die über Beteiligungen unter anderem psychedelische Wirkstoffe für psychische Erkrankungen testen soll. Kein Wunder, denn der Markt ist riesig: Eine Analyse der Marktforschungsfirma Data Bridge prophezeit Wachstum auf ein Volumen von über sieben Milliarden US-Dollar bis 2028. Viele Unternehmen wollen sich ein Stück dieses Kuchens sichern. Standort in Deutschland haben beispielsweise das Unternehmen Pharmadrug oder die non-profit Organisation Mind Foundation. Auf deren Seite  kann man sich auch einen Überblick über die Unternehmen verschaffen, die weltweit zur „Psychedelic Industry“ gehören.

Goldgräberstimmung klingt ab

2020 führte das exponentielle Wachstum der Industrie und die steigende Nachfrage nach Psychedelics-Aktien zu einer Goldgräberstimmung, dem sogenannten „Shroom Boom“. Viele Investmentfirmen, wie iter investments in den USA, spezialisierten sich auf die Sparte. Im Portfolio haben sie Firmen wie Wesana , die die Heilung von Schädel-Hirn-Traumata mithilfe von Psychedelics unterstützen wollen, oder Awakn Life Sciences , ein Unternehmen, das psychedelische Medizin zur Behandlung von Suchtkrankheiten einsetzt. Mittlerweile ist die Euphorie, zumindest am Aktienmarkt, abgeflacht. Trotzdem könnte die Sparte auch nach dem Hype noch nachhaltig interessant sein. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung fördert zurzeit eine klinische Studie zur Wirksamkeit von Psilocybin bei Depressionen und andere Länder finanzieren ähnliche Untersuchungen.

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