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Elektrifiziert

„Ökonomie meets Ökologie“: Interview mit Quantron-Gründer Andreas Haller

Andreas Haller, Gründer und Vorstand Quantron AG
Andreas Haller, Gründer und Vorstand Quantron AG
Vordenker im Bereich E-Mobility: Ein Gespräch mit Andreas Haller von Quantron

Andreas Haller ist Gründer und Vorstand der Quantron AG. Ein Unternehmen mit der Vision, der E-Mobilität weiter den Weg zu ebnen – nicht nur im privaten Bereich, sondern vor allem auch im Personen- und Güterverkehr. Quantron bietet E-Fahrzeuge für die Bauwirtschaft, die Logistik, den Personenverkehr und mehr. Kurz gesagt: E-Busse, E-LKWs, E-Laster. Und das sowohl batterie-, als auch wasserstoffbetrieben. Mit diesem Konzept konnte sich das Unternehmen den German Innovation Award in der Kategorie „E-Mobility“, sowie eine Förderung des Wirtschaftsministeriums sicher.

Wir haben uns mit Gründer Andreas Haller über Innovation in Traditionsunternehmen, Nachhaltigkeit und Zukunftsperspektiven unterhalten.

 

Was bedeutet Innovation für Sie? 

Innovation bedeutet für mich technologischen, aber vor allem nutzenbringende Fortschritt. Also nicht nur die Theorie oder Idee, sondern eine tatsächliche, in der Praxis herbeigeführte Verbesserung zum Wohle aller. Dabei ist für mich der Nachhaltigkeitsaspekt immer ein zentraler Faktor und treibende Kraft. 

 

Was ist ein Trend/ eine Entwicklung, die Sie zurzeit fasziniert? 

Ich finde es toll, dass sich die Themen Nachhaltigkeit und Umweltschutz in unserem täglichen Leben immer stärker verankern. Auch in der Wirtschaft: Ökonomie meets Ökologie. 2011 verkaufte ich den ersten Elektro-Bus Deutschlands an die Stadtwerke Osnabrück. Schon damals war mir klar, dass sich der Nutzfahrzeugsektor in Richtung Nachhaltigkeit verändern wird. Mit meinen Ansichten wurde ich damals manchmal belächelt. Heute zählt die von mir gegründete Quantron AG zu den Marktführern. 

 

Was glauben Sie braucht es (von Seiten der Politik, Entscheidungsträger, Unternehmen, der Menschheit allgemein) um eine lebenswerte Zukunft zu gestalten? 

Freiräume und Unterstützung. Mit „Freiräume“ meine ich, dass den innovativen Unternehmen nicht zu viele regulatorischen Hürden in den Weg gelegt werden sollten. „Unterstützung“ bedeutet, dass staatliche Förderungen notwendig sind, um die staatlich vorgegebenen Emissions-Ziele erreichen zu können. Ein gutes Signal ist beispielsweise die vom Verkehrsministerium angekündigte finanzielle Förderung für Unternehmen, die ihre Nutzfahrzeugflotte von Diesel- auf Elektroantrieb umrüsten möchten.  

 

Die Quantron AG hat 2021 den German Innovation Award in der Kategorie „E-Mobility“ erhalten. Was genau ist das Innovative am Konzept von QUANTRON? 

Als Systemanbieter batterie- und wasserstoffbetriebener E-Mobilität bieten wir unseren Kunden ein rund-um-sorglos-Paket. Unser Angebotsspektrum macht es den Kunden leicht, auf umweltfreundlichen Güter- und Personentransport umzusteigen. Quantron erstellt für jeden Kunden eine individuelle Roadmap, unterstützt ihn bei Förderungen und dem Aufbau der Tank-Infrastruktur, stellt das passende E-Fahrzeug sowie Service, Wartung, Schulungen.  

 

Warum setzt QUANTRON auf Innovation und Nachhaltigkeit?  

Weil das unsere Unternehmensmaximen sind. Die Welt ein klein wenig besser zu machen – das ist unser Antrieb. 

 

Und was glauben Sie bräuchte es, damit mehr Unternehmen diesem Beispiel folgen? 

Mut und unternehmerisches Denken und Handeln. Gepaart mit Weitsicht und Marktkenntnis. 

 

Insbesondere Familienunternehmen schrecken oft vor Veränderung zurück. Die Quantron AG entstand als Hightech-Spinoff der Haller GmbH & Co. KG, die bereits seit 1882 in Familienhand ist. Wie haben Sie den Sprung in die Hightech-Branche geschafft? Und war es eine Herausforderung, in einem so traditionsreichen Unternehmen eine innovative Richtung einzuschlagen? 

Unser Familienunternehmen hat über die Jahrzehnte viele Marktveränderungen mitgemacht, beispielsweise vom Einsatz von Pferden mit Anhängern hin zum motorisierten Traktor. Nur durch die ständige persönliche sowie unternehmerische Weiterentwicklung des Betriebes konnte unser Familienunternehmen diverse Wirtschaftskrisen sowie Kriege erfolgreich überstehen. Mir wurde es quasi in die Wiege gelegt, über den Tellerrand zu schauen, den Markt zu analysieren und Innovationen umzusetzen, um für die Umsätze und Arbeitsplätze von morgen zu sorgen. 

 

Neu: Quantron ist Teil eines Wasserstoff-Forschungsprojektes, das vom Wirtschaftsministerium gefördert wird. Was sind ihre Ziele, worum geht es dabei? 

Die Energiewende wird nur langfristig erfolgreich sein, wenn Alternativen für die fossilen Energieträger eingesetzt werden. Wasserstoff spielt hier eine zentrale Rolle. Das Projekt des bayerischen Wirtschaftsministeriums dient der Förderung von Forschung & Entwicklung von Brennstoffzellen- und Wasserstofftechnologien. QUANTRON ist Teil davon und wird u. a. mit dem Energon einen 44 Tonnen Lkw mit Brennstoffzelle auf die Straße bringen. 

 

QUANTRON bietet sowohl batteriebetriebene Elektro-Fahrzeuge als auch solche mit Wasserstoff-Antrieb an. In welchem dieser zwei Antriebe sehen Sie mehr Zukunftspotential? Was sind die Vor- und Nachteile der jeweiligen Möglichkeit? 

Beide Varianten der E-Mobilität ergänzen sich zu einem breiten Angebot an emissionsfreien Lösungen. Batterieelektrisch angetriebene Fahrzeuge für Kurz- und Wasserstoff für Langstrecken. Durch Innovationen in der Ladetechnik werden die Ladezeiten immer kürzer, Weiterentwicklungen in der Batterietechnik und bei deren Recycling wirken sich ebenfalls positiv auf den Einsatz von batteriebetriebenen E-Fahrzeugen aus. Wasserstoff ist gerade für die längere Strecke eine tolle Lösung, weil er zur Reichweitenerhöhung nur nachgetankt werden muss. Aber einen wirklichen Umwelteffekt erzielen wir nur, wenn es sich dabei um CO2-neutral hergestellten Wasserstoff handelt. 

 

Glauben Sie es gibt Situationen, in denen Elektrofahrzeuge keine Alternative sind? 

Der Elektroantrieb hat im Nutzfahrzeugbereich bezüglich Nachhaltigkeit, Ökologie und Ökonomie eine Führungsrolle. Er eignet sich schon heute auf kurzen und mittleren Strecken ideal. Bei Langstrecken, also über 1000 km gibt es derzeit noch nichts Vergleichbares. Die Brennstoffzelle ist geeignet, Energie ans Fahrzeug zu bringen, um auch Langstreckenbetrieb zu gewährleisten. Die Energiedichte von Batterien wird in absehbarer Zeit ausreichend hoch sein, so dass Elektroantrieb zu 100 % einsetzbar ist 

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