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Quantentechnologie

Eröffnung des „Quantum Integration Centre“ in Garching

München als Standort für Quantentechnologie
Bayern soll einen weltweiten Spitzenplatz bei der Quantenforschung einnehmen. Der Freistaat fördert deshalb mit 300 Millionen Euro die Initiative „Munich Quantum Valley“. Mit dem „Quantum Integration Centre“ in Garching ist ein erstes Projekt verwirklicht worden.

„Was das Silicon Valley heute ist, wird das Quantum Valley in Zukunft sein.“ Kündigte Ministerpräsident Markus Söder bei der Eröffnung des „Quantum Integration Centre“ (QIC) vielversprechend an. Das QIC ist ein Projekt am Leibniz-Rechenzentrum (LRZ) in Garching, mit dem die Quantenforschung in Bayern ein großes Stück vorangetrieben werden soll. Das Ziel ist es, Hard- und Software rund um das Quantencomputing zu entwickeln und auszubauen. Auch, um herauszufinden, wie sich Quanten- mit Supercomputing kombinieren lässt, um Quantencomputer schneller nutzbar zu machen. „Ein Supercomputer ist ein Instrument, der Quantencomputer ein ganzes Orchester. Wir ermöglichen Forschung in neuen Dimensionen mit einem Quanten-District in Bayern.“ So Söder.

Vom Bit zum Qubit

Ein Quantencomputer speichert im Gegensatz zu einem herkömmlichen Computer Informationen nicht in Bits, sondern in sogenannten „Qubits“. Das eröffnet eine Vielfalt neuer Möglichkeiten: Während Bits nur zwei mögliche Zustände abbilden können, – eins oder null – sind Qubits in der Lage, ein vielfaches an Zuständen gleichzeitig einzunehmen. Damit könnten Quantencomputer vor allem in den Bereichen KI, machine learning und Codierung erhebliche Fortschritte möglich machen.

300 Millionen Euro für das „Munich Quantum Valley“

Das QIC ist Teil der Initiative „Munich Quantum Valley“, das in Zukunft noch mehr Innovationen möglich machen soll. Das Projekt wird vom Freistaat Bayern mit insgesamt 300 Millionen Euro aus der Technologieoffensive Hightech Agenda Bayern unterstützt. Die Initiative „Munich Quantum Valley“ wurde im Januar von der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, der Fraunhofer-Gesellschaft, der Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) München, der Max-Planck-Gesellschaft und der Technischen  Universität München (TUM) gegründet. Erklärtes Ziel ist es, in den kommenden 10 Jahren die Quantenwissenschaft auf nationaler und internationaler Ebene voranzutreiben. Ein Zentrum für Quantencomputing und Quantentechnologien (ZQQ), sowie ein Quantentechnologiepark ist Bereits in Planung. Auch die verstärkte Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchs sowie die Aus- und Weiterbildung von Fachkräften steht auf der Agenda. 13.000 Studienplätze und 1000 Professuren – allein 100 für KI – sollen so neu geschaffen werden.

Dringlicher Appell

Ein wichtiger Schritt für Deutschland: Während die Forschung vergleichsweise weit ist, mangelt es hier an Umsetzungsmöglichkeiten und Big Playern wie Google, Microsoft oder IBM. Bereits im Januar appellierte ein Expertenrat aus Wissenschaft und Wirtschaft an die deutsche Politik. In der vorgelegten Roadmap bemängeln die Vertreter aus Wirtschaft und Wissenschaft, „dass Deutschland über hervorragende wissenschaftliche Kompetenzen sowie eine Fülle an potenziellen Nutzern der Technologie verfügt, es aber heute keinen einzelnen Akteur und auch keinen Wissenschaftsverbund gibt, der die Entwicklung eines Quantencomputer-Systems übernehmen könnte.“

 

Deutschland darf sich nicht abhängen lassen

Das Fraunhofer Institut konnte zwar bereits einen Quantencomputer in Betrieb nehmen, hergestellt wurde dieser aber von IBM. Die „Munich Quantum Valley“-Initiative macht Hoffnung darauf, dass es in einigen Jahren auch den ersten Quantencomputer „Made in Germany“ geben könnte.

 

Bild: IBM

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