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3D-Druck

Korallen aus dem 3D-Drucker: Mit einer Crowdfunding-Kampagne will eine Meeresbiologin Riffe retten

So sollen die 3D-gedruckten Korallenriffe des Start-ups rrreefs im Einsatz aussehen
So sollen die 3D-gedruckten Korallenriffe des Start-ups rrreefs im Einsatz aussehen
Korallenriffe sterben immer schneller und mit ihnen ein großer Teil der Biodiversität der Meere. Das Start-up „rrreefs“ will etwas dagegen tun – mit Riffen aus dem 3D-Drucker.

Ulrike Pfreundt ist Meeresbiologin und leidenschaftliche Taucherin. Gemeinsam mit der Künstlerin Marie Griesmar gründete sie das Non-Profit-Startup rrreefs. Das Team von rrreefs entwickelt Bausteine für künstliche Korallenriffe aus dem 3D-Drucker. Die Bausteine aus Terrakotta sollen dabei helfen, echte Korallenriffe wieder aufzubauen und zu schützen.

Bausteine nach dem Lego-Prinzip

Der erste Prototyp des Start-ups ist bereits fertig und bereit für seinen Unterwasser-Einsatz. Das System funktioniert ähnlich wie Lego: Die Terrakotta-Bausteine sind modular gestaltet, so dass sie sich leicht anpassen und aufbauen lassen. Die einzelnen Bausteine können also so zusammengesetzt werden, dass sie perfekt in die individuelle Situation am Einsatzort passen.

Ton statt Plastik

Während viele vergleichbare Projekte zum Aufbau von Korallenriffen mit Materialien wie Plastik oder Zement arbeiten, hat sich rrreefs für Ton entschieden. Ein ähnliches Projekt in Hong Kong nutzt ebenfalls Terrakotta, um Korallenriffe wieder anzusiedeln. Die Begründung: Das Material würde die Umgebung weniger belasten. „Einige Spezies könnten die Veränderungen im Wasser nicht überleben“ so einer der in Hong Kong beteiligten Wissenschaftler gegenüber dem Magazin Tatler. „Ton allerdings hat keinen negativen Einfluss auf die Bedingungen im Wasser“

Struktur soll Korallen bei der Ansiedlung helfen

Damit sich auf Basis der Terrakotta-Struktur auch wieder „echte“ Korallenriffe ansiedeln können, ist vor allem die Oberflächenstruktur der Bausteine wichtig. Die Textur der Steine hilft kleinen Korallen dabei, sich festzusetzen und anzusiedeln. Die Form der Gesamtkonstruktion sorgt dabei für den nötigen Schutz vor Strömungen oder Fressfeinden. Und nicht nur die Korallen selbst, auch ihre eigentlichen Einwohner profitieren von den 3D-gedruckten Bausteinen: Kleine Fische und Krabben finden in den hohlen Strukturen Unterschlupf und sorgen für eine Wiederbelebung der Riff-Struktur. Um zu wissen welche Strukturen besonders gut bei der Ansiedelung funktionieren, überwacht rrreef die Module und führt regelmäßig Experimente und Simulationen durch.

Wichtiger Teil des Ökosystems geht verloren

Für den Artenschutz ist die Erhaltung und der Wiederaufbau von Korallenriffen essenziell. Aber auch für Menschen sind die Riffe wichtig. Vor der Küste dienen sie als Wellenbrecher, die Flutkatastrophen verhindern können. Doch durch Umweltverschmutzung, Überfischung und die ständig steigende Wassertemperatur sind allein in den letzten 30 Jahren über 50 Prozent der weltweiten Riffe abgestorben.

Crowdfunding für die Korallenriffe

Um ihre Mission, die verbliebenden Korallenriffe zu schützen und neu anzusiedeln, weiter verfolgen zu können, hat rrreef auch ein Crowdfunding gestartet. Das Start-up will so weiterhin nachhaltige und skalierbare Lösungen zum Aufbau und der Regenerierung der Riffe entwickeln und verbreiten. Mit dem Geld soll zunächst das erste mit der Technologie erbaute Korallenriff in Colombia finaziert werden, welches Habitat für 20,000 Tiere und 500 Korallen bietet.

 

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