Logo Rocketeer

Kaffeepause mit …

Patrick Dressel, Gründer und Geschäftsführer Achtbit Media

Patrick Dressel, Gründer und Geschäftsführer Achtbit Media
Die beiden Gründer Patrick Dressel und Jonas Heß waren 18 und 17 Jahre alt, als sie die Achtbit Media gründeten. Heute arbeiten sie als etabliertes Start-up für individuelle Web- und Softwarelösungen mit vielen treuen Geschäftskunden zusammen.

Wie trinkst du deinen Kaffee?

Schwarz und ab und an gerne auch mal einen Espresso.

Wer oder was inspiriert dich?

Der Apple-Mitgründer Steve Jobs hat einmal gesagt „The only way to do great work is to love what you do.”. Ich versuche mich bei meinem Handeln immer etwas daran zu orientieren und finde es auch unheimlich wichtig, dass man Spaß bei dem hat, was man tut.

Wo setzt du noch auf analoge Technik?

Unsere Kundinnen und Kunden schauen mich manchmal ganz verwundert an, wenn ich zum Meeting mit meinem A5-Block und Stift ankomme. Ich liebe es aber, erste Ideen und Gedanken ganz analog auf Zettel und Stift zu sammeln und dann erst im zweiten Schritt zu übertragen.

Was genau macht die Achtbit Media? Und wie seid ihr auf die Idee zur Gründung gekommen?

Wir realisieren individuelle Web- und Softwarelösungen und sehen uns als modernes Dienstleistungsunternehmen, das Mittelständler bei der digitalen Transformation unterstützt.

Neben der Website, die wir nicht nur als „Marketinginstrument“, sondern als Softwareprodukt definieren, realisieren wir alles, was den Mittelstand oder auch Bildungseinrichtungen digital weiterbringt. Bei einer Website geht es zum Beispiel nicht nur darum, gut auszusehen, sondern dass diese auch intuitiv bedienbar sein muss. Die generelle User Experience berücksichtigen wir dabei genauso wie die verschiedenen Nutzergruppen und Anwendungsszenarien. Unsere Projekte bestehen zum Großteil aus speziellen Eigenentwicklungen.

Die Idee, ein Unternehmen zu gründen, kam dann eigentlich recht spontan. In unserer Schule durften wir einige IT-Projekte betreuen und so dauerte es nicht lange, bis uns ernsthafte Projektanfragen erreichten. Die erste Projektzusage kam pünktlich zur Gründung und so konnten wir auch direkt unsere Gründungskosten decken.

Ihr wollt unter anderem dem Mittelstand dabei helfen, gut digital aufgestellt zu sein. Wie schätzt du diesbezüglich die Lage in Deutschland ein?

In den vergangenen Jahren hat sich viel getan – auch die Corona-Pandemie hat noch einmal für ordentlich Schub gesorgt. Digitalisierung bedeutet immer auch das Ablegen von alten Gewohnheiten.

Was uns aber oft auffällt, ist, dass für viele der kurzfristig vorzeigbare Erfolg vor langfristigen Erfolgen stehen. Häufig gibt es noch einen Flickenteppich an digitalen Lösungen statt ganzheitlicher Konzepte. Gerade auch bei unserer Arbeit mit Kommunen fällt immer wieder auf, dass manche Entscheidungsprozesse einfach noch zu langwierig und ineffizient sind.

Insgesamt sind wir aber denke ich auf einem guten Weg, wenn sich auch die Rahmenbedingungen, wie von der Politik angekündigt, verbessern.

Du warst bei der Gründung von Achtbit Media 18, dein Mitgründer Jonas Heß sogar erst 17 Jahre alt. Wie war es für euch, so jung zu gründen? Gab es Dinge, die ihr erst noch lernen musstet?

Wir durften ja bereits in der Schule viele Projekte selbstständig umsetzen und dabei auch schon mit externen Partnern eigenverantwortlich zusammenarbeiten. Daher war für uns nicht alles neu – wenn wir etwas nicht wussten, haben wir es uns meistens selbst angelesen oder uns Hilfe gesucht.

Für alle steuerlichen Fragen hatten wir zum Beispiel im familiären Umfeld meines Mitgründers fachliche Unterstützung, sodass auch das kein Problem war. Wir hatten generell Glück und sind bis heute dankbar, dass unser Freundes- und Familienkreis uns so unterstützt hat.

Da die Gründung aber ja noch während der Schulzeit stattgefunden hat und sogar mit meinem Abitur zusammengefallen ist, war es manchmal nicht so einfach, sich selbst zu organisieren. Aber auch das wurde mit der Zeit immer besser.

Ihr musstet sogar vors Familiengericht, damit dein Mitgründer Jonas voll geschäftsfähig ist. Gab es noch weitere Hürden? Und warum nicht einfach warten?

Für die Genehmigung des Familiengerichts war neben einem Gutachten der Schule auch noch ein Gespräch samt Gutachten mit der IHK notwendig. Klar hätten wir mit der Gründung noch warten können – wir hatten aber das Gefühl, dass es genau der Richtige Zeitpunkt wäre.

Wir hatten immer den Plan vor Augen, vorsichtig, aber stetig zu wachsen, um dann nach dem Studium voll ins Unternehmen einsteigen zu können. Neben der Schule konnten wir diesen Plan perfekt verfolgen und bereuen es bis heute nicht, so jung mit Achtbit Media angefangen zu haben.

Außerdem gab es bereits erste ernsthafte Anfragen für spannende Projekte, die wir sonst nicht hätten annehmen können. Bis heute zählen die Auftraggeber der ersten Stunde zu unserem Kundenkreis.

Wie war die Reaktion eurer Geschäftspartner:innen und Kund:innen? Wurdet ihr manchmal mit Skepsis in Bezug auf euer Alter konfrontiert?

Anfangs ja, wir waren die „jungen Wilden“, die man durchaus auch mal im Preis drücken konnte. Mit der Zeit haben wir uns als Achtbit Media aber einen Namen machen können und das Alter spielt eigentlich keine Rolle mehr.

Meist sind die Menschen nur etwas überrascht, wenn Sie zum Ersttermin erscheinen und vor Ihnen zwei junge Herren sitzen – aber ein Problem ist das heute eigentlich nicht mehr, eher ein Vorteil – man schätzt häufig unsere frischen Ideen.

Was ist die wichtigste Sache, die man übers Gründen wissen muss?

Ein Unternehmen lebt auch von der Region, in der es sitzt. Und das Entscheidende: man muss nicht in die Großstadt, um erfolgreich zu sein.

Man sollte sich zudem darauf einstellen, dass nicht immer alles so läuft, wie man es sich vorstellt: der Antrag beim Familiengericht hat beispielsweise ein halbes Jahr gedauert. Manchmal können sich aber auch neue Perspektiven und Chancen ergeben, wo man sie gar nicht vermutet – nachdem wir zu einem unscheinbaren Termin bei der Wirtschaftsförderung gefahren sind, waren wir auf einmal Mieter im Digitalen Gründerzentrum.

Wenn du die Möglichkeit hättest, das nächste große Cover einer weltweit aufgelegten Zeitschrift zu entwerfen, was würdest du drauf machen?

Das ist eine schwierige Frage. Unsere Gründung hatte viel damit zu tun, dass wir gemeinsam einen „unkonventionellen“ Weg gegangen sind. Nicht immer ist also der „bequemste“ Weg der beste, und auch andere führen zum Ziel. Das ist auch etwas, was man auf manche aktuellen gesellschaftlichen Probleme anwenden könnte. Ganz spontan würde ich also vielleicht den Titel „Gemeinsam neue Wege gehen“ drauf machen.

 

Lies auch: