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Kaffeepause mit …

Martin Halama, Mitgründer und CEO Hopper Mobility

Klein, wendig, nachhaltig: Der „Hopper“ ist ein Hybrid aus E-Bike und Auto und so angeblich perfekt für die urbane Landschaft der Zukunft.

Wie trinkst du deinen Kaffee?

Schwarz aus unserer Pad-Maschine, dazu 20 Liegestützen, damit der Rücken fit bleibt und die Zeit genutzt wird. So kommen an längeren Tagen auch mal 160 Liegestützen zustande.

Wie bist du privat am liebsten unterwegs?

Mit meinem selbstgebauten E-Lastenrad. Ich liebe die Flexibilität, Sachen mitzunehmen, immer einen Parkplatz zu finden und auch mit meiner Freundin und Hängematte im Gepäck ins Grüne zu fahren. Das ist echter Luxus.

Mit dem Hopper wollt ihr die Vorteile von Auto und Fahrrad in einem Fahrzeug vereinen. Warum glaubst du an das Konzept?

Wer mag Autofahren in der Stadt? Ich glaube keiner wirklich. Stau, Parkplatzsuche, Spritkosten und dann noch die Umweltverträglichkeit – Das macht mir keinen Spaß. Wo ist da die propagierte „Freude am Fahren“?

Freude ist für mich mit guten Gewissen, schnell und flexibel durch die Stadt zu fahren. E-Lastenräder machen diese Freude. Aber sie sind auch nicht für Jeden etwas. Zwei Drittel der Stadtmenschen fahren beispielsweise selten oder nie Fahrrad.

Wenn wir etwas in unseren Städten verändern wollen, dann brauchen wir Fahrzeuge, die den Umstieg vom Auto erleichtern. Der Hopper bietet den Komfort und den Wetterschutz und macht ökologisch und ökonomisch zudem absolut Sinn. Daher glaube ich an den Hopper. Ich glaube auch daran, dass damit Städte wieder lebenswerter werden und wir einen Beitrag für zukünftige Generationen leisten.

Du warst vor der Hopper-Gründung berufstechnisch bereits in der Mobilitätsbranche unterwegs. Da aber noch als Angestellter. Was hat dich dazu bewegt, selbst zu gründen? Wie kam es zur Gründung?

Ich war bis September Projektleiter für einen Münchner Autobauer, auch dort in der E-Mobilitätsentwicklung. Ich kann nur Gutes darüber sagen. Aber es war mir immer ein Dorn im Auge, dass wir unsere Städte leiden lassen, weil sie nach dem Maximalprinzip ausgerichtet werden. Ein Auto mit 2 Tonnen und 5 Personensitzen ist nicht für die Stadt domestiziert. 30-40% der heutigen Stadtflächen sind für Autos vorgehalten. Das heutige ‚Normal‘ ist eigentlich absurd. Städte sind für Menschen und nicht für Autos. Deswegen bin ich gegangen, weil es in dieser Hinsicht keine Perspektive gab.

Inwiefern helfen dir deine Vorerfahrungen in der Branche dabei, Hopper Mobility zu etablieren?

Ich kenne die Entwicklungsabläufe und das Zuliefergeschäft mittlerweile gut. Vieles kann man aber nicht für die Fahrradentwicklung übernehmen und muss neu gedacht werden.

Von einem komfortablen Job in das Start-up-Geschäft zu wechseln ist auch nicht immer einfach. Was sind aus deiner Sicht die Vorteile daran, selber zu gründen?

Es ist meines Erachtens die größte Herausforderung, der man sich stellen kann. Ich bin mit nichts als mit einer Idee gestartet. Heute habe ich gute Geschäftspartner, Räumlichkeiten und fahrende Prototypen. Das ist schon ein tolles Gefühl.

Und was die Nachteile?

Man hat definitiv einen anderen Lebensstandard als früher. Ich muss den Euro zweimal umdrehen, bevor ich ihn ausgebe und auch Träume wie ein Eigenheim und größere Reisen müssen erstmal warten.

Hopper Mobility hat gerade eine erste erfolgreiche Finanzierungsrunde abgeschlossen und eine hohe sechsstellige Summe einsammeln können. Was sind jetzt eure nächsten Schritte?

Das Team in Vollzeit holen und den Geschäftsbetrieb schnell aufnehmen. Auf uns warten anstrengende Monate der Entwicklung und zwei weitere Prototypengenerationen, bis wir mit der Serienproduktion beginnen können.

Wenn du die Möglichkeit hättest, das nächste große Cover einer weltweit aufgelegten Zeitschrift zu entwerfen, was würdest du drauf machen?

Definitiv eine Illustration einer lebenswerten Stadt, in der der Hopper eine Rolle spielt und Menschen mehr Plätze der Begegnung haben. Weil das wichtigste Asset unserer Gesellschaft das miteinander Reden und gemeinsam Ideen umsetzen ist.

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