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Kaffeepause mit …

Marion Höreth, CEO und Co-Founder qtway

Marion Höreth, CEO und Co-Founder qtway
Roller, Bike und Co.: Das Augsburger Start-up qtway bringt E-Mobility in Unternehmen.

Wie trinkst du deinen Kaffee?

Meistens Milchkaffee mit Hafermilch, aber auch gerne einfach Espresso.

Wer oder was inspiriert dich?

Hier könnte man einige nennen, in letzter Zeit hat mich die Erfolgsgeschichte von Whitney Wolfe Herd (Gründerin von Bumble und jüngste Selfmade Milliardärin) sehr inspiriert. Es motiviert mich zu sehen, wie Frauen sich selbst etwas Großes aufbauen und ihr Weg beeindruckt mich sehr.

Wie sieht ein typischer Arbeitstag bei dir aus?

Generell sind meine Tage sehr unterschiedlich. Meistens fange ich zwischen 8 und 9 Uhr an meine E-Mails abzuarbeiten, dann habe ich das Daily mit unserem Team, in dem wir besprechen was an dem Tag so ansteht. Danach wird es dann tatsächlich sehr abwechslungsreich: Kundentermine, Pitches, Investoren Termine, Planung von Marketingmaßnahmen, aber auch weniger „coole“ Activities wie Controlling und Produktplanung, gehören zum Gründerleben.

Gemeinsam mit Fevzi Cakmak Kar hast du das Mobilitäts Start-up qtway gegründet. Was war eure Vision?

Unsere Vision ist es die Mobilität zu diversifizieren. Wir wollen, dass für jede Situation eine nachhaltige Mobilitätslösung verfügbar ist. Mobilität ist ein großer Faktor der globalen CO2 Emissionen, wir wollen das ändern. Deshalb bringen wir E-Mbilität dorthin, wo sie im Alltag gebraucht wird: an den Arbeitsplatz.

Habt ihr einen Elevator Pitch?

qtway ist ein Mobility Start-up mit dem Anspruch die Zukunft der Business Mobilität zu sein. Wir ermöglichen Unternehmen auf nachhaltige und effiziente Mobilität umzusteigen durch unsere multimodale Sharing Lösung. Das bedeutet ganz konkret, dass wir unseren Kunden E-Fahrzeuge vermieten, die exklusiv von den Mitarbeiter*innen genutzt werden. Ermöglicht wird das interne Sharing durch unsere eigens entwickelte Software bestehend aus der qtway App und einer Desktopanwendung zur Verwaltung für das Unternehmen. Aktuell kann man bei uns E-Scooter und E-Bikes mieten, in naher Zukunft werden wir das Angebot auch auf E-Autos ausweiten. Genutzt werden unsere Fahrzeuge für Fahrten in den Pausen, Strecken zu Auswärtstermin und dem täglichen Arbeitsweg. Unternehmen können mit qtway ihre CO2-Bilanz verbessern, Zeit sparen und gleichzeitig ihrem Team einen attraktiven Benefit bieten.

Wie kamt ihr auf die Idee, euer Angebot gezielt für Business Kunden anzubieten?

Unsere Philosophie war es von Beginn an, Mobility Sharing dorthin zu bringen, wo es auch tatsächlich eine sinnvolle Anwendung im Alltag findet: in den Arbeitsalltag. Wir haben festgestellt, dass es kaum ein Unternehmen gibt, das nicht in irgendeiner Form ein Mobilitätsproblem hat. Die Angebote für Unternehmen beschränken sich leider nach wie vor sehr auf Autos. Wir fanden, dass das nicht die Zukunft sein kann – deshalb haben wir qtway gegründet.

Was ist die wichtigste Sache, die man über’s Gründen wissen muss?

It´s a roller coaster! Man hat einen Plan, wo man hinmöchte und wie sich das Unternehmen entwickeln soll, aber die Realität spielt dann doch oft anders und gerade die Anfangsphase ist ein Wechsel aus Höhen und Tiefen. Am einen Tag feierst du den Release deiner App, am nächsten springt dir ein wichtiger Lead ab – that’s life. Ich finde es wichtig die Erfolgserlebnisse zu genießen und Durststrecken auszuhalten. Mir persönlich hilft es zu wissen, dass nach einem Rückschlag auch wieder bessere Tage kommen. Mit dieser Einstellung komme ich gut und pragmatisch durch schwierige Zeiten, weil ich an mich, mein Team und mein Unternehmen glaube.

Was hältst du von Augsburg als Standort für Start-up und Innovation? Was würdest du dir noch wünschen?

Ich kann einiges positive über Augsburg als Start-up Standort berichten. Angefangen von der Hochschule Augsburg, an der ich studiert habe und die mit dem HSA Funkenwerk wirklich ein Vorbild dafür ist, wie man Gründertum an junge Studierende vermitteln kann. Auch empfinde ich die Start-up Szene in Augsburg als sehr supportive untereinander. Egal welchen Gründer man anruft jeder nimmt sehr gerne Zeit und hat ein offenes Ohr, das schätze ich sehr an dem Netzwerk hier. Aber auch darüber hinaus sind Einrichtungen wie die IHK zu nennen, die Start-ups gerne unterstützen. Außerdem haben wir in Augsburg unseren Angel Investor das AS Lab und die ersten Kunden für unser Produkt gefunden. Ich würde sagen, wenn man hier gründen möchte, hat man definitiv einige gute Möglichkeiten und Plattformen.

Aber ich denke auch, dass die Bereitschaft für Risikokapital in Augsburg noch höher sein könnte. Für eine blühende Start-up Kultur braucht es meiner Meinung nach noch mehr Investoren, die bereit sind frühphasigen Start-ups Anschub zu geben.

Wenn du die Möglichkeit hättest, das nächste große Cover einer weltweit aufgelegten Zeitschrift zu entwerfen, was würdest du drauf machen?

Ich würde die Gelegenheit nutzen, um auf die Folgen der Klimakrise hinzuweisen. Vielen ist nicht bewusst was eine Erderwärmung um zum Beispiel 2° anrichten würde. Das wird meiner Meinung viel zu wenig in der Breite kommuniziert, was die fatale Folge hat, dass Klimaschutz oft nur als „nice to have“ angesehen wird. Aber Klimaschutz ist die Grundlage des Erhalts unseres Wohlstands und des Lebens wie wir es uns wünschen – das wird einfach viel zu selten ausgesprochen!

Darstellen könnte man es mit einer Grafik, die aufzeigt welche Folgen die Unterschiedlichen Szenarien haben. Oder man lässt die Bilder der Klimakrise für sich sprechen, zum Beispiel durch Bilder von Waldbränden oder Landstrichen, die bald unbewohnbar werden, allerdings bin ich nicht der größte Fan von reißerischen Titeln in komplexen Zusammenhängen. In diesem Fall könnte es allerdings einen positiven Effekt erzielen.

 

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