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Virtuelle Sneaker für 3,1 Millionen

Ist die Zukunft der Mode digital?

Ist die Zukunft der Mode digital?
Ist die Zukunft der Mode digital?
Mode für einen Online-Avatar, ein digitales Selfie oder einfach nur zum Sammeln: Virtuelle Klamotten könnten bald ein Milliardenbusiness sein.

Durchschnittlich etwa 5.000 US-Dollar kostete ein Paar der limitierten Sneaker. Bei einer Kollaboration des Labels RTKFT mit dem 18-jährigen Crypto-Künstler FEWOCIUS wurden über 600 Paar Schuhe verkauft. Zusätzlich konnten Käufer auch andere Merchandise-Artikel erwerben. Das Besondere? Die Produkte waren virtuell. Anprobieren konnte man die Sneaker vor dem Launch über Snapchat. Zwar könnten Käufer auch ein echtes, physisches Paar Schuhe zu dem virtuellen Produkt dazu bekommen, das eigentlich wertvolle seien aber die digitalen Sneaker, so RTKFT gegenüber Hypebeast

Blockchain-Hype NFTs

Die Kollektion reflektiert einen Trend. Denn nicht nur Währungen setzen mittlerweile auf Blockchain: Durch NFTs wagen sich immer mehr Künstler und Modemarken an Kreationen für den digitalen Raum. NFTs, also „Non-fungible Tokens“, sorgen dafür, dass virtuelle Kunstwerke oder andere digitale Produkte eindeutig als einzigartig identifiziert werden und einem Besitzer zugeordnet werden können. Dahinter steckt die Blockchain-Technologie. Bei Krypotwährungen wie Bitcoin sind die einzelnen Tokens in der Blockchain austauschbar und können deshalb als Zahlungsmethode genutzt werden – weil sie immer den gleichen Vermögenswert repräsentieren. Bei NFTs ist das anders. Non-fungible Tokens sind, wie der Name schon verrät, nicht austauschbar. Sie stehen für ganz konkrete Assets, die einzigartig sind.

Nachgewiesen einzigartig

Was das mit einer Schuhkollektion zu tun hat? Vor allem für Sneaker existiert ein riesiger sekundärer Markt. Seltene Sammelobjekte können also eine Geldanlage sein, auch wenn man sie im echten Leben nicht tragen kann. Solange der Nachweis der Einzigartigkeit existiert und die Nachfrage da ist, haben die Kollektionen einen Wert. Das verdeutlicht auch der Handel mit virtueller Kunst. Im Auktionshaus Christies wurde vor einigen Tagen das erste komplett digitale Kunstwerk verkauft – für 69 Millionen Dollar.  Und in Deutschland macht beispielsweise Fynn Kliemann Kryptokunst mit limitierten Jingles.

Nicht nur Sammlerstücke?

Aber gerade in der Modeindustrie haben virtuelle Objekte nicht nur Sammlerwert, sondern könnten auch bedingt alltagstauglich werden. Die Modekette Carlings hat bereits 2019 eine digitale Kollektion gelauncht, die sich insbesondere an Social Media User richtete. Interessenten konnten sich eines der Kleidungsstücke aussuchen, kaufen und dann ein Foto von sich hochladen. Anschließend passten 3D-Designer die Klamotten an das Foto an. Das Ergebnis: Ein neues digitales Outfit und ein schickes Bild für Instagram. Das Label The Fabricant hat ein ähnliches Konzept. „Wir glauben an eine Zukunft, in der Fashion mehr betrifft als den physischen Körper und in der unsere digitalen Identitäten unser tägliches Leben durchdringen“ heißt es auf ihrer Website.  Wer ein Kleidungsstück der Marke bei den limitierten Drops ergattern kann, erhält einen Code. Den können die Käufer nutzen, „um ihre neuen Klamotten auf Online Plattformen wie VRChat und Sansar zu übetragen und anzuziehen.“

 

Virtual statt Fast Fashion

Es klingt sehr Sci-Fi, aber Experten sind überzeugt: Der Markt für virtuelle Mode wird wachsen. Vor allem für eine junge Generation, bei der virtuellen Räumen viel Bedeutung zukommt. „So ziemlich jeder, der Zugang zum Internet hat, hat heute ein virtuelles Ich“, sagt Kerry Murphy, der Gründer von The Fabricant, gegenüber der Welt.  „Und gerade für junge Menschen ist die virtuelle Welt genauso viel wert wie das echte Leben, beide sind Umgebungen, in denen man sich entdeckt und entfaltet. Und diese Menschen suchen nach Wegen, mit denen sie sich virtuell ausdrücken können und Zugang zu ihren Lieblingslabels haben, ohne einen ökologischen Fußabdruck zu hinterlassen.“

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